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Wandlung21 – Die Aufführung

Von Gabriela Dierkes | 09 Juli 2021 |

Probenfoto Wandlung21: Zwei Schauspieler im grün beleuchtetem Bühnenraum. Sie zwigen starke Gebärden im Profil.Was für ein Abend.

Ergreifend, spannend, erschreckend, fröhlich, wütend. Alles war drin, was an Emotionen gezeigt werden kann. Schon das Eingangsspiel. Die Wut von Nikolai auf den Regisseur, der alle driezt. Und die beruhigenden Worte von Martin, dass er es doch nur gut meint. Und jeder davon lernen kann. Toll.

Also, was machen wir nun hier auf der Bühne? Kein Konzept. Fangen wir einfach an. Und wissen nicht, was kommt.

Martin als Figur A mit einer ich denke eine Novizenmütze. Nikolai als Figur B mit einer vielleicht Abtmütze. Sie gingen auf die Bühne. Rückwärts. Jeder eine eigene Geste für sich. Langsam, sehr langsam. Die Augen von Figur A, das ist der absolute Wahnsinn, wechselt seine Gesten. Figur B immer noch wütend, zieht Fratzen, behält lange Zeit die gleiche Geste.

Ich kann gar nicht alles wiedergeben. Figur A (glaube ich daraus zu erkennen) fühlte sich von Figur B wohl unterdrückt. Sie musste immer brav sein, immer gehorchen, immer gehorchen. Und Figur B zeigte sich dann so, als Unterdrücker. (Meine Meinung)

Und dann, das Licht ging an. Und Figur A wir wieder Martin, Figur B wieder Nikolai. Ich dachte, dass kann es doch noch nicht gewesen sein. Nein, das war es nicht.

Nikolai war sich sicher, dass alles gut gelaufen ist. Aber Martin, nichts war gut. Sind uns nicht begegnet, obwohl es sein sollte. Das Spiel war nicht harmonisch aufeinander abgestimmt.

Martin schimpfte, jetzt müssen wir hier auch noch arbeiten. Wo gibt es denn sowas, selbst das Bühnenbild umbauen. Und was soll das, diese hässliche grün-schimmernde Stola. Sie war geschlossen, wurde über den Kopf von Martin auf die Schultern gelegt. Und die Bischofsmütze von Nikolai wurde zu einer flotten Kappe. Ein Tisch und zwei Stühle wurden auf die Bühne mittig gestellt. Jeder zwei längere graue Stöcke, die den Eingang einer Tür symbolisierten. Eine links von der Bühne, eine rechts hinten von der Bühne.

Martin wurde wieder zu Figur A, Nikolai zu Figur B.

Diesmal sah ich in Figur A eine Ehefrau, in Figur B den Ehemann. Figur A kam mit einem Tablett herein, das mit ganz viel Klarsichtfolie umspannt war. Sie setzte sich an den Tisch, spielte mit dem Tablett und löste langsam die Folie.

Figur B stand immer noch in der Tür auf der linken Seite. Figur A fühlte sich meiner Meinung nach von Figur B unterdrückt, aber sie tat alles, um es bei zuhalten. Hatte sich daran gewöhnt. An die Küsse der Mütter, der Tanten usw. Immer nur Küsse. Schrecklich, doch es musste sein. Figur B spielte nun Klavier. Anfangs schräg, langsam klangvoller. Und auf einmal, der laute Knall, ein wütender Schlag auf die Tasten, dass ich zusammenzuckte. Und Figur B ging hinter Figur A. Du gehörst mir, wollte Figur A streicheln. Und Figur A sprang auf. Wahnsinn.

Figur A spielte wieder mit der Folie, spannte sie langsam um das Tablett. Figur B ging Richtung Tür und langsam die Bühne hinunter. Figur B folgte gehorsam.

Anmerkung: Ich sehe, dass ich in beiden Szenen einen Unterdrückten und einen Unterdrücker sah. Ist das möglich? Für mich ist es so.

Das Licht ging aus. Spannung im Saal. Was kommt nun? Und dann der erste zaghafte Beifall, der immer größer, immer lauter wurde.

Martin und Nikolai kamen zurück auf die Bühne. Ihre Erleichterung war ihnen anzusehen. Sie waren glücklich. Beifall, Hurrarufe. Sie gingen ab. Einzeln kamen sie zurück auf die Bühne. Ich überreichte die Rosen. Die Freude war ihnen anzusehen. Wolfgang und Gianni kamen dazu. Und Antje. Die treue Seele, die alles im Griff hatte.

Danke an allen Beteiligten für den wunderbaren Abend. Ich freue mich auf eine Weiterführung. Und bin gespannt, was dann kommen wird.

Gabriela

 

 

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