Hamlet in Köln und wie es weiter geht

Hamlet in Köln und wie es weiter geht

Von Sigrid Loose-Abendroth | 23 Januar 2018 | 0 Kommentare

Am 21. Januar ich die große Freude mit Wolfgang, Gianni und Peter die Hamlet Aufführung in Köln anzuschauen. In der ausgelagerten Spielstätte Depot 1, einem ehemaligen Fabrikgelände, erwartete uns ein sehr schöner Theatersaal mit großer Bühne und riesigem Vorhang.

 Was hat mich besonders beeindruckt?

Die gelungene Inszenierung, in der sehr beeindruckende Bilder geschaffen wurden. Der genannte Vorhang teilte den Bühnenraum in ein Davor und Dahinter. Einiges geschah im Verborgenen, wurde dann aber sichtbar und trat hervor. Durch Lücken erschienen Spieler und verschwanden,  manchmal tauchten nur Gesichter oder Gliedmaßen auf, später z.B. „Hamlets Hand“. Oder er verbarg die Tötung von Polonius. In der Abschlussszene lagen die Verstorbenen auf der Drehbühne, verschwanden und wurden wieder sichtbar.  Eindrückliche Bilder wurden  geschaffen und ließen mich konzentriert und gebannt die 3 Stunden Theater verfolgen. Ein anderes Element war die Choreographie der Schauspieler, die ihren Text sprachen und gleichzeitig  sich in endlos wiederholenden  Seitwärtsschritten bewegten. Auf diese Weise und durch das Gehen auf der rotierenden Drehbühne vollzogen sie  Bewegungen, die aber kein Fortkommen ermöglichten.

Geschult durch den Schauspielunterricht

Eindrucksvoll war dann für mich das Erleben der Schauspieler. Geschult durch den Unterricht bei uns im TheaterLabor Traumgesicht und die Ensemblearbeit konnte ich gar nicht anders als mit einem Ohr auf die Sprache der Spieler zu achten oder ihren Körperausdruck wahrzunehmen. Spannend, die Unterschiede zu erkennen. Ein Spieler lebte geradezu seinen Text, andere sagten eher gelernte Worte, steigerten sich dann teilweise aber zu mehr Ausdruck. Ophelias Stimme, die mich quälte, Hamlet so gut in seiner Körperlichkeit aber leider oft unsauber in seiner Artikulation. All das fiel mir jetzt auf. Ein anderer Wahrnehmungskanal wurde wohl durch die eigene Erfahrung geöffnet. Oder geschärft. Nicht nur die gespielte Geschichte verfolgte ich oder genoß den wunderbaren Shakespeare-Text.  Sondern ich achtete auf  die Umsetzung, die Sprache, die Atmung, die Verkörperung der Figuren durch die Schauspieler. Der Vergleich mit dem bei uns Gelerntem erfolgte wie von selbst und gab mir Anlass zu Bewunderung aber durchaus auch zu Verwunderung. All das machte große Freude und es gab viel über das Erlebte zu sprechen und nachzudenken. Wie gut, so ein Theatererlebnis gemeinsam mit Schauspielbegeisterten und Profis zu erleben.

Hamlet in Düsseldorf

Deshalb freue ich mich auch, dass ich auf die Hamlet-Aufführung  in Düsseldorf im März (Gastspiel des Staatstheaters Dresden) aufmerksam geworden bin. Eine Info per Whatsapp an alle und schwups – schon war ein gemeinsamer Theaterbesuch mit vielen von uns Schauspielschülern und mit Wolfgang und Gianni organisiert. Innerhalb von Minuten hat sich unsere Gruppe dazu verabredet. Schön, dass das Interesse so groß ist. Ich bin gespannt auf diese Aufführung, auf den Vergleich und besonders die Gespräche danach. Selber Schauspiel zu lernen und zu praktizieren und gelernte Schauspieler auf der Bühne zu erleben – das ermöglicht zwei Perspektiven einzunehmen, die sich wunderbar ergänzen und die mich bereichern. Was für ein wundervolles Erleben.

 

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