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Schauspielstudium mit Abstand

Eine stark geschminkte Schauspielerin zeigt einen entsetzten Gesichtsausdruck. Sie trägt starkes BühnenmakeupIch bekam Ermunterung

Seit meinem ersten Blog „in Coronazeiten“ sind jetzt einige Tage vergangen. Tage, in denen für mich das Schauspielstudium – auf Distanz – wieder ins Rollen gekommen ist. Wolfgang schickt Ermunterungen und Übungsvorschläge über Threema und ich habe begonnen meine Sprechübungen (Claudias Text) mit meinem Handy-Diktiergerät aufzunehmen. Anfangs um mir selber Feedback zu geben. Das führte dazu, dass ich ständig aufnahm, wieder löschte, neu aufnahm und löschte. Es dauerte eine Weile, dann habe ich Wolfgang Aufnahmen geschickt, mit der Bitte um Rückmeldung. Und es klappte. Ich bekam Ermunterung „du bist auf gutem Wege“ und wichtige Hinweise: „Sätze aufbrechen, erzählerisch dem imaginierten Adressaten mitteilen, innehalten, usw.

Es begann ein wunderbarer Lernprozess von Üben, Feedback bekommen, wieder neu probieren und aufnehmen. Auf Wolfgangs Rat hin holte ich das Blatt mit den Übungen der Endungen: t, s, f, d und dem betonten Sprechen der Konsonanten heraus und sprach – nicht nur montags zu unserer eigentlichen Übungszeit – in der Wohnung fröhlich vor mich hin. Ich habe daraus einen Lieblingssatz zusammen gestellt: „Das ist wie es ist, die Lage ist ernst und die Dinge nehmen ihren Lauf, aber ich habe mich der Situation angepasst.“ Passt doch irgendwie in die jetzige Situation, oder?

Ein junger Mann mit schwarzen Kapuzenpulli und ziehmlichen Rändern unter den Augen sieht mit unheimlichen Blick in Richtung einer nicht sichtbaren Person.Emotionale Verfassung von Claudia

Nach dem Hinweis, ich solle mir immer einen imaginierten Ansprechpartner, bzw. den personifizierten Tod vorstellen, habe ich mich zunächst mit einer Gestalt in der Zimmerpalme unterhalten und schließlich im abgedunkelten Zimmer innerlich in unseren Bühnenraum begeben und mich in das Gefühl des wachsenden Gewahrwerdens der Bedrohung durch den Tod hineinversetzt. Wolfgang hatte mich aufgefordert: „ stell dir jemanden vor, der vor dir sitzt und du willst dich als Claudia mitteilen, angenommen werden mit deinen Gefühlen….“ Das hat mich weitergebracht. Ich konzentrierte mich nicht nur auf das Abspannen, das deutliche Aussprechen der Wortendungen, sondern besonders auf die emotionale Verfassung von Claudia. Diese Aufnahme, so las ich dann mit Freude, sei gelungen. Vor allem durch die Konzentration auf die Endungen aus der Übungsliste. Danke, Wolfgang für dein Feedback, für deine ermunternde Unterstützung! Wie schön, dass das gelungen ist: Schauspielunterricht oder Theater auch auf Distanz! Ich berichte davon um Mut zu machen, dass es weiter geht, dass sich neue Wege finden lassen um im kreativen künstlerischen Prozess zu bleiben. Auch mit den digitalen Möglichkeiten. Über Kommentare mit euren Erfahrungen würde ich mich freuen.

 

Slideshow mit gesprochenem Text

Szene aus der Tor und der Tod.

Szene aus anderen Blickwinkeln

Klick auf das Foto:

Dann siehst Du eine Szene aus: „Der Tor und der Tod“ nach H. v. Hofmannsthal.

Die Textaufnahmen sind von den beiden Spielern: Sigrid Abendroth und Marcel Wannieck. Sie sind in Corona-Zeiten auf den privaten Bühnen (Homestage) der Spieler entstanden. Per Threema hat der Regisseur Wolfgang Keuter durch Proben auf Distanz geführt. Die Masken, Kostüme und Fotos sind im Februar 2020 bei Proben im TheaterLabor entstanden.

Maske, Kostüm, Fotos und Arrangement: Copyright Gianni Sarto 2020

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