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Von Stillstand kann keine Rede sein

Von Stillstand kann keine Rede sein

Von Junia Hergarten | 29 Juni 2020 |

Der Tor und der Tod und Corona

Bühnenraum mit 20 nummeriten Plätzen und entsprechendem Abstand

Unser Bühnenraum mit nummerierten Plätzen und Sicherheitsabständen

Aufgrund von Covid-19 mussten nahezu alle öffentlichen Einrichtungen schließen, natürlich auch das Theaterlabor. Und somit stand auch die Realisation des Stückes „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal, welches das Ensemble des Schauspielstudiums im Rahmen der Szenen aus anderen Blickwinkeln auf die Bühne bringen wollte, in Frage.

„Die letzte Probe vor der Pause wegen des Distanzgebots konfrontierte uns schmerzlich mit den Auswirkungen der Pandemie. Eines unserer Ensemblemitglieder war aus beruflichen Gründen wegen der Corona-Situation so beansprucht, dass er uns leider verlassen musste“, sagt Sigrid Abendroth, die in dem Stück die Hauptperson Claudia verkörpert.

Wie können wir weitermachen?

Gianni erzählt, dass nach einer ersten Zeit der Ratlosigkeit oder Schockstarre die Kreativität in den Vordergrund gerückt sei. Die Fragen lautete also: Wie können wir weitermachen?

Projekt in Planung

In den Räumen des Theaters am Campus Golzheim war man sogar zusätzlich zu aktuellen Projekten bereits mit der Planung des nächsten Stückes beschäftigt. Weiterdenken, auch über das aktuelle Programm hinaus und das trotz Unsicherheit, wie es weitergehen wird – das motiviert:

„Als Gianni dann Václav Havels herrlich absurdes Stück “Das Gartenfest” fand und allen Teilnehmern des Schauspiel-Studiums zuschickte, freute ich mich sehr. Ich las es und stürzte mich geradezu in die Arbeit, es für uns zu bearbeiten und zu kürzen. Ich habe es genossen, mich wieder kreativ mit einem Text beschäftigen zu können.“, berichtet Sigrid.

Proben im Homeoffice – wie soll das gehen?

Sigrid berichtet:

„Wolfgang schickte uns Übungsvorschläge und ich begann Sprechaufnahmen und kleine Videos per Handy zu schicken und bekam sehr hilfreiche Rückmeldungen.“ Mit diesem Link gibt diese Proben mit Fotos zu hören und zu sehen.

Veränderungen, Veränderungen …

Eine elegant geschminkte Schauspielerin steht vorne links und hat einen heiter-kräftigen Gesichtsausdruck. Hinter ihr steht ein Schauspieler und beobachtet sie genau.

Doris Horn in der Rolle der Mutter und Wolfgang Keuter in der Rolle des Todes.

Nach einer langen Zeit der Pause begannen Anfang Juni die Proben vor Ort. Sigrid erzählt:

„Wir haben uns erstmal riesig gefreut – auch wenn zunächst etwas Beklommenheit herrschte. Denn jetzt gab es die Hygieneregeln und das Abstandsgebot. Das heißt, keine Umarmungen mehr zur Begrüßung und Aufpassen, sich nicht zu nahe zu kommen. “

Dann traf die Gruppe die nächste Veränderung:

„Leider wurde unser Ensemble dann noch kleiner, da einer unserer Mitspielenden – auch wegen Belastungen in Zusammenhang mit Corona – nicht mehr dabei sein konnte. Schon wieder ein Abschied, schon wieder ein Neubeginn“.

Die Gruppe entschied sich dazu, dass Wolfgang Keuter der zentralen Figur, dem Tod, eine Gestalt geben wird und Sigrid Abendroth und Doris Horn zur Seite stehen wird. Somit werden uns drei Spielende auf der Bühne begegnen.

Vorhang auf!

Hofmannsthals „Der Tor und der Tod“ wird am 11.07.2020 um 19 Uhr auf der Bühne Campus Golzheim des Theaterlabors zu sehen sein. Es gibt, wegen der Corona-Sicherheitsvorgaben, nur 20 nummerierte Sitzplätze.

Im Stück geht es um Claudia. Sie ist selbstbezogen, gefühlsarm und emotional distanziert in ihrem Verhältnis zu anderen Menschen. Claudia wird nun mit dem Tod konfrontiert, er kommt sanftmütig, aber bestimmt daher und lässt Claudia, zu Tode erschrocken, um ihr Leben kämpfen und Vergangenes bedauern. Er konfrontiert sie am Ende ihres Lebens mit Menschen aus ihrer Vergangenheit, die sie abgewiesen und verletzt hat. Im Fokus steht dabei die Begegnung mit der Mutter, die von Doris Horn verkörpert wird.

Infos und Karten für “Der Tor und der Tod” findest du mit diesem Link

Liebe Grüße Junia Hergarten

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