Den Eierschalen vollständig entschlüpft.

Den Eierschalen vollständig entschlüpft.

Von Peter Schreck | 30 März 2018 | 0 Kommentare

Am Samstag, den 24.2. hatten wir unsere dritte, offene Probe von Leonce und Lena.

Nun ist schon wieder ein guter Monat seitdem vergangen und ich finde nun endlich die Muße noch einmal zurückzuschauen und zu spüren, was mich an diesem Tag besonders berührt hat.

Schauspieler erhalten Apllaus und viele Blumen.Sigrids Geburtstag – eine besondere Probe.

Zunächst einmal war es ganz sicher der Geburtstag von Sigrid und die zahlreichen Gäste, die zu ihrem Ehrentag den Weg zum Theaterlabor Traumgesicht nach Düsseldorf gefunden haben. Dies machte unseren dritten Streich zu einem sehr besonderen Erlebnis.

Dann erinnere ich mich daran, dass ich, nachdem ich von Gianni als Erster geschminkt worden bin, zu Wolfgang in den Bühnenraum gegangen bin um noch einmal mit seinem genialen Feingespür der Anfangsszene von Leonce und der König Peter Szene einen Feinschliff zu verpassen.

Szenen, die sich immer wieder verändern.

Ja, diese beiden Szenen waren die Szenen, die sich jedes Mal stark verändert haben. Bei der ersten offenen Probe ist Leonce mit einem Strick um den Hals auf die Bühne gekommen und hat 2 x vergeblich versucht sich zu erhängen. Beim zweiten Mal ist Leonce dann mit dem Strick in der Hand für sage und schreibe 8 Minuten im Quadrat gegangen und hat so den Zuschauer einiges abverlangt. Für einige Zuschauer war das wohl nur sehr schwer zu ertragen, wie sich später in der Kritik  herausstellte.

Beim dritten Auftritt war es dann wieder ganz anders. Leonce kam mit dem Strick in der einen Hand und dem Sitzbänkchen in der anderen Hand auf die Bühne und präsentierte dem Publikum viele unterschiedliche Gehweisen und Balanceakte auf dem Seil. Mit dieser abwechslungsreichen und gleichzeitig absurden Tätigkeit wusste Leonce sich und das Publikum gut zu unterhalten. Er konnte so beweisen, das er wirklich aller Hand zu tun hat und sich vor lauter Arbeit wirklich nicht zu helfen weiß.

Bei der König-Peter-Szene war es der rheinische Akzent und die Abwechslung von sehr lauten bis hin zu weinerlichen bzw. ängstlichen Tönen, die den zweiten Auftritt vom ersten unterschieden. Beim dritten Auftritt kam dann noch das Flüstern und die viel direktere Ansprache des Publikums hinzu. In der Kombination sorgte das dafür, dass die Distanz vom wahrnehmenden Spieler auf der Bühne und den wahrnehmenden Zuschauern vor der Bühne hinwegschmolz.

Die Schauspielerin, in schwarzer Hose und schwarzem Shirt und drüber angezogenem roten BH, stellt sich in Pose Belgin: Verführerisch und lebensfroh.

Wenn ich nun zu meinen Mitspielerinnen schaue, dann kommt mir als erstes Belgin in den Sinn, die auch bei dieser dritten Aufführung wieder als Valerio in lebensfroher Narrengestalt und als Rosetta in verführerischer Frauengestalt Zug um Zug Leonce dabei geholfen hat endlich auch zu seinem eignen Narr sein vorbehaltslos zu stehen. Was war das für eine Freude immer wieder mit Belgin daran zu feilen, den Kontakt zwischen unseren Figuren zu verbessern. Oft war es eine klitzekleine Geste oder ein einziges anders betontes oder mehrfach wiederholtes Wort, welches den Ausschlag dafür gegeben hat, dass sich die beiden Figuren neu erlebten.

Der Koitustanz – eine Überwindung?

Ob uns der gemeinsame Koitustanz von Leonce und Rosetta nicht viel Überwindung gekostet hätte, wurden wir beide nach der Aufführung von einem unserer Fans aus dem Schauspielkurs gefragt. Und meine Antwort war Nein. Woran das lag? Ich denke es hat viel damit zu tun wie Wolfgang uns an die Szene herangeführt hat. Er hat uns vorgeschlagen, jedem Tanzschritt eine Nummer zu geben und die Nummern beim Proben immer laut mitzuzählen. Das hat uns dabei geholfen diesen erotischen Akt sehr sachlich-rational zu entwickeln. So hatte die Scham von Anfang an keine Chance uns dazwischenzufunken. Und das ganze vor Publikum aufzuführen hat wirklich richtig viel Spaß gemacht. Auch weil es jedes Mal wieder anders war. Durch die schnellen Drehungen wurde mir auch immer ein wenig schwindelig und ich erlebte die Szene dann wie im Rausch. Fantastisch.

Ein besonderer Genuss…

Es ist wahrlich ein besonderer Genuss vor Publikum zu spielen. Jedes Mal noch ein bisschen mehr. Wir alle sind von Aufführung zu Aufführung immer lockerer geworden. Wir haben uns alle freigespielt und freuen uns nun schon sehr auf weitere gemeinsame Spiele.

 

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