Hamlet hat’s gewusst – Probe vom 27. Oktober

Hamlet hat’s gewusst – Probe vom 27. Oktober

Von Doris Horn | 14 November 2017 | 0 Kommentare

Ist’s nicht erstaunlich, dass der Spieler hier (die Hofdame) durch bloßes Verzerren des Mundwinkels und des Kiefers ihre ganze Empörung und ihren Missmut gegenüber Leonce ausdrücken kann?

… dass der Spieler hier (Leonce) durch verstärkte Mimik und eine verfremdete Haltung erwirkt, dass wir einen besseren Einblick in sein Seelenleben bekommen?

… dass Belgin als Valereo mit ihrer natürlichen Sprechweise und längeren Atempausen ihre Rolle gleichsam „durchwärmt“?

… dass durch zusätzlich leises Sprechen Intimität und eine geheimnisvolle Atmosphäre entstehen?

Im schwazen Bühnenraum steht hinten links ein Mann ud hält die Hände über dem Kopf gefaltet. Vorne rechts sieht ihm eine Frau mit grünem Hut dabei zu

… dass uns in der Szene Leonce-Rosetta der private, ungekünstelte Tonfall viel mehr berührt, als alles Laute und Aufgesetzte?

… dass allein durch Atemtechnik und besondere Schrittweise die Hofdame zur charakteristischen Gestalt wird?

… dass durch wiederholtes Einsetzen der vorgegebenen Gebärden (Auf- und Abklappen der Hände und Händeverschränken) die Melancholie greifbar wird?

… dass diese Gleichförmig und Wiederholung ins Absurde übergeht?

… und all das um Büchners bitteres Lustspiel.

Doch Hamlet hatte schon recht!!

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