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Unsere Hölderlin – Meditation als Matinee

Schwarzer Bühnenraum. Links sitzt Sybile Karrasch am schwarzen Klavier. Rechts von ihr steht Wolfgang Keuter und spricht mit starker Mimik und klarer Zeigegebärde einen Text von Hölderlin.Unsere Matinee bei you tube

Endlich – meine Lesung Patmos ist nun bei YouTube mit Sybille Karraschs Klavier-Improvisationen.

Ich freue mich.

Meditation?

Ja! Meine Meditation ist das Sprechen und Schauen der Texte, ist das meisterliche Spiel von Sybille auf dem Klavier. Meditation ist das Horchen aufeinander, das Aufnehmen der Energien, die hin und her gehen, und die uns sinnlich spürbar mit den Energien der Zuhörenden verbinden. Bravorufe und Wünsche nach Zugaben am Schluss. Jedes Mal große Freude diese Matinée, die gemeinsame Meditation, mit dem Versuch das Ewige und schöpferisch Visionäre wahrzunehmen durch Wort und Klang der Texte Hölderlins.

Und Dank an Antje, die uns begleitet hat mit Scheinwerfern und mit einem blauen Leuchtpunkt auf dem Bühnenboden, und Dank an Gianni, der ein paar Gedichte herausgenommen und bearbeitet hat aus der Lesung, um sie zu bei YouTube zu veröffentlichen.

Schwarzer Bühnenraum. Links steht Sybile Karrasch, rechts Wolfgang Keuter. Beide haben eine Lilie als Geschenk erhalten und nehmen freudestrahlend ihren Applaus entgegen.Musik

Längst vergessene glückliche Bühnenmomente kommen zurück ins JETZT und werden neu.

Das Patmos-Gedicht, wie geträumt. Und bei den Lesungen bin ich in diesem Traum aktiv. Denn mir ist so, als entstünde er in mir, jetzt. Hölderlins Worte sind es, nicht meine. Doch erlebe ich sie suchend und stammelnd und manchmal nur mühsam nach außen bringend.

Mit Hölderlin komme ich ins Verständnis. Das hat gedauert. Doch unsere Proben sind wie die Flügel der Adler. Sie tragen uns hinüber in die mythische Welt und wieder zurück in die noch zu gestaltende.  Ein Austausch zwischen Probenden erlebe ich, wie er besser nicht sein kann. Ich darf durch seine schauende Dichtkunst Hölderlin ein wenig leben, auch das Risiko allzu vieler Seins-Erfahrungen.

Doch, das weiß ich:

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch

Eine schöpferische Proben-Zeit hat uns getragen – und wir haben durch Hölderlin uns Selbst ein wenig mehr erfahren. Und manchmal war mir beim Lesen so als wäre ich im Turm zu Tübingen und schaute auf den Neckar und erfahre die Tränen des Genius, seine Einsamkeit und seinen Wahnsinn.

Glücklich empfundene Bühnenmomente.
Wolfgang

Hinweis

Unsere nächste Matineé:

Sonntag 20. Februar 2022 um 11:00 Uhr

 

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