Vom Mut

Vom Mut

Von Belgin Akbaba | 08 November 2017 | 0 Kommentare
1. Szene, Leonce und Lena von G. Büchner. Belgin als Valerio. Sie ist Teilnehmerin des Schauspielunterrichts Düsseldorf

Privat-Persönlichkeit aufgeben und in die Verfremdung gehen

Der erste Schritt im TheaterLabor auf dem schöpferischen Weg zum TraumGesicht: Eine vollkommen andere, verfremdete Körperhaltung. Auch eine extrem veränderte Gesichtsmaske einnehmen als die gewohnheitsmäßig privat-persönliche Erscheinung. Diese Verkörperung erfordert MUT – MUT zur Hässlichkeit, MUT zur Absurdität, MUT zur Skurrilität, MUT zur Albernheit, MUT zur Unverschämtheit…

Szene aus Leonce und Lena. Im schwarzem Bühnenraum sitzt hinten Link ein Mann mit einem goldenen Lorbeerlkranz und vorne rechts steht eine Frau, ins Bild nach vorne gebeugt, mit einem leichtend grünem Hut. Szene aus Leonce und Lena. Im schwarzem Bühnenraum sitzt hinten Link ein Mann mit einem goldenen Lorbeerlkranz und vorne rechts steht eine Frau, ins Bild nach vorne gebeugt, mit einem leichtend grünem Hut.

Der Sprung in die Verfremdung im Schauspielunterricht bzw. auf der Bühne fällt mir nicht so schwer, weil nicht zuletzt das TheaterLabor eine vertrauensvolle Atmosphäre schafft und mir den geschützten Raum bietet, den ich für meine künstlerische Entfaltung benötige: Ein intimer Kreis, ähnlich dem von „Leonce„.

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich`s sein!“

Ob verfremdete Mimik, Körperhaltung, Gebärden und/oder Gangart – das Stilmittel der Verfremdung hilft mir, die Distanz zum Alltäglichen, zum Privat-Persönlichen zu schaffen.
À la Valerio „ein Narr zu sein! Ein Narr! Ein Narr!“

Auf der Bühne des Lebens gelingt mir die Leichtigkeit oft nicht und Hamlet spricht mir von der Seele:

„Ich hege Taubenmut. Mir fehlt es an Galle, die bitter macht den Druck und mutig.“

Privat-persönlich neige ich zur Schwermütigkeit. Und gleichzeitig bin ich getrieben – getrieben von … So passiert es, dass ich mich nicht konzentrieren kann, um einen Blog-Beitrag über unsere Ensemble-Probe vom 03.11.17 zu schreiben.

„… schaffe ich es nicht einmal soweit?“

Ich starre auf den Bildschirm, auf die Tastatur, auf meine Aufzeichnungen –  kann jedoch keinen klaren Gedanken fassen.

„…, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.“ 

Es hat mich gequält, der Verantwortung gegenüber jedem Mitwirkenden an dem Gemeinschafts-Projekt „Leonce und Lena“ nicht gerecht werden zu können. Wo doch jedes Ensemble-Mitglied so viel Herzblut in das Projekt steckt! Und nicht zu vergessen, die Menschen, die uns mit Spenden unterstützen und die interessierten Leser. Wolfgang und Gianni sind sehr verständnisvoll und einfühlsam mit meinem Problem umgegangen und haben mir den Druck vom Kessel genommen.

Inspiriert und erMUTigt durch Wolfgang: „Wenn Du Dich nicht konzentrieren kannst, dann schreibe eben ehrlicherweise genau das!“ bin ich erleichtert, dass ich doch noch etwas niederschreiben konnte.

In der schnelllebigen, lauten Zeit geht so viel Magisches unter.
Mehr Slow Acting im Leben:

MUT zur Langsamkeit – MUT zur Stille – MUT zu Stopps!

In DeMUT

Belgin

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